Pro Retina Stiftung

Stiftung zur Verhütung von Blindheit

Service-Navigation
 
Inhalt

Pro Retina-Stiftung – Jahresbericht 2017

1. Organe der Stiftung

Am 21. Mai 2016 wurden die Organe der Stiftung durch die Delegiertenversammlung der Pro Retina Deutschland e.V. für die Jahre 2017 bis 2020 neu besetzt.
Dem Vorstand gehörten folgende Personen an:
Maria Kretschmer, Dachau, Vorsitzende
Franz Badura, Amberg, stellvertretender Vorsitzender
Helma Gusseck, Bonn
Günter Kretschmer, Dachau
Manfred Piel, Timmendorfer Strand (bis 30.4.2017)

Dem Stiftungsrat gehörten folgende Personen an:
Prof. Dr. Helmut Papp, Leipzig, Vorsitzender
Kurt Schorn, Aachen, stellvertretender Vorsitzender bis November 2017
Gerhard Hedderich, Laatzen
Dr. Karin Langhammer, Holzkirchen
Dr. Rainald von Gizycki, Bad Nauheim
Prof. Dr. Reto Weiler, Oldenburg

2. Tätigkeitsbericht des Vorstandes

2.1. Bericht über die Forschungsförderung
Gemäß dem in der Satzung festgelegten Zwecke der Stiftung, die Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Netzhautdegenerationen zu fördern, hat die Stiftung im Jahre 2017 mit einer Gesamtsumme von 205.000 € folgende Aktivitäten durchgeführt:
Es wurden zu den bereits laufenden Stipendien ein Promotionsstipendium in Tübingen um ein Jahr verlängert, ein Promotionsstipendium in Gießen neu vergeben, drei Projekte in Köln, Regensburg und Tübingen bewilligt, zwei Forschungspreise verliehen, eine Kongressreise bezuschusst sowie drei Kleinprojekte an den Universitäten Duisburg und Tübingen bewilligt. Wie in jedem Jahr hat die Stiftung ein Kolloquium für junge Forscher in Potsdam ausgerichtet.
Im Einzelnen sind dies folgende Aktivitäten:

2.2. Promotionsstipendien
Neben den noch laufenden bewilligten Promotionsstipendien wurde der Abschluß einer Promotion in Gießen für ein Jahr gefördert.
Experimentelle Ophthalmologie, Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde Justus-Liebig-Universität Gießen; Thomas Wimmer bei Prof. Dr. Dr. Knut Stieger
Thema: Die biosensorbasierte VEGF Konzentrationsmessung als erster Schritt zu einer personalisierten Medizin bei altersabhängiger Makuladegeneration (AMD)
Die Prävalenz der altersabhängigen Makuladegeneration nimmt in der zunehmend älter werdenden Bevölkerung rapide zu. Zur Behandlung werden erfolgreich synthetische Moleküle mit hemmender Aktivität gegenüber dem Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF) eingesetzt. Aufgrund der kurzen Halbwertzeit müssen diese Moleküle jedoch regelmäßig über eine lange Zeitdauer intraokular appliziert werden. Eine solche Behandlung ist mit erheblichen Risiken für die Patienten verbunden und stellt das Gesundheitswesen vor enorme Kosten. Optimierungen des Behandlungsschemas sind aufgrund von mangelnden diagnostischen Methoden zur VEGF-Quantifizierung im Auge schwierig.
Ziel des Gesamtprojektes ist die Entwicklung eines Biosensors, der die VEGF-Konzentrationsmessung im Auge nicht invasiv ermöglicht.
Im Rahmen dieses Antrages soll der bereits im Entwicklungsstadium befindliche Biosensor weiter optimiert und auf der Zelloberfläche einer Zelllinie stabil exprimiert werden. Der Biosensor basiert auf der Bioluminescence Resonance Energy Transfer (BRET)-Technologie, bei der durch veränderte Interaktion zweier fluoreszierender Moleküle die Konzentration eines dritten Moleküls (hier VEGF) berechnet werden kann. Die VEGF-Bindungseigenschaften des vorhandenen Moleküls sollen durch Austausch von Linkersequenzen oder VEGF-Bindungsdomänen verbessert werden.
Zur Herstellung der Zelllinie, die den Biosensor stabil exprimiert und auf der Zelloberfläche trägt, wird bei arpe19-Zellen das VEGF-Gen durch CRISPR-Cas vermitteltes genome editing ausgeknockt, die Proretina Projektantrag Stieger – VEGF Biosensor 2.0 Expressionskassette stabil transfiziert und der Biosensor analog zu „chimären Antigen-Rezeptoren“ auf T-Zellen (CARs) auf der Oberfläche verlinkt. Die Arbeiten in dem beantragten Projekt stellen als Abschluss des Promotionsprojektes von Herrn Wimmer die Grundlage für einen momentan in der Bearbeitung befindlichen Antrag beim BMBF dar, in dem ein Prototyp des Biosensors für den Einsatz im Auge entwickelt werden soll.

2.3. Forschungsprojekte
▪ Institut für Humangenetik, Universitätsklinikum zu Köln, Prof. Dr. med. Hanno Bolz
Thema: Identifizierung neuer Krankheitsgene für isolierte und syndromale Retinopathien
Ziel ist die Identifizierung neuer Gene für autosomal-rezessiv erbliche isolierte und syndromale Retinadystrophien (RD). Konsanguine Familien (Eltern Betroffener sind verwandt) sind hierfür besonders geeignet. Es werden zwei Schritte durchgeführt:
1. Aus 50 Familien wird ein Patient durch Exom-Sequenzierung (WES) untersucht, eine Form von Next Generation Sequencing (NGS), bei der die Protein kodierenden Teile (Exons) aller Gene analysiert werden. Patienten werden keine Mutation eines bekannten RD-Gens, sondern wahrscheinlich eine (im WES mit erfasste) Mutation in einem „neuen“ RD-Gen aufweisen, die homozygot ist (gleiche Mutation auf beiden Genkopien).
2. Mitunter lässt sich die Mutation in einem neuen RD-Gen im WES schnell erkennen (z.B. homozygote Stoppmutation in einem retinalen Gen). Oft ist man aber mit vielen seltenen Varianten konfrontiert. Hilfreich ist hier eine genomweite Kopplungsanalyse mit Proben weiterer Familienmitglieder zur Identifikation chromosomaler Kandidatenregionen. Diese stellen einen Filter dar – es kommt dann nur noch ein Bruchteil der im WES gefundenen Varianten als RD- verursachende Mutation in Frage.
Die Identifizierung neuer Krankheitsgene ist vor allem relevant für •
Diagnostik und Beratung: Neue Gene finden heute schnell Eingang in die NGS-basierte Routinediagnostik, was eine Sicherung bzw. Präzisierung der Diagnose und eine Einschätzung von Wiederholungswahrscheinlichkeiten (genetische Beratung!) gestattet.
Therapieansätze: Gentherapie-Ansätze für verschiedene RD-Gene sind in klinischen Studien oder kurz davor. Neue RD-Gene stellen somit potentielle Ziele für Therapien dar.

▪ Lehrstuhl für Genetische Epidemiologie, Universität Regensburg, Dr. med. Caroline Brandl, Prof. Dr. Iris Heid und Augenklinik, Klinikum Augsburg, Prof. Dr. med. Arthur Mueller
Thema: Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) in jüngeren Personen – Langzeitbeobachtungen in der populationsbasierten KORA Studie
Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist die häufigste Ursache für irreversiblen Visusverlust in der älteren Bevölkerung von Industrieländern.
Obwohl die AMD gemeinhin als Erkrankung von über 50-Jährigen definiert wird, konnte unsere eigene Analyse eines Querschnitts der deutschen Gesamtbevölkerung sowie eine vergleichbare Studie von Kollegen belegen, dass auch deutlich jüngere Personen von Veränderungen betroffen sind, die Merkmale früher AMD gleichen. Hierfür haben wir Farbfundusaufnahmen der zentralen Retina von 2.840 Probanden der Kooperativen Gesundheitsforschung in der Region Augsburg (KORA) Studie im Alter von 25-75 Jahren hinsichtlich AMD-Veränderungen befundet, ohne auf das Alter der Person Rücksicht zu nehmen. Diese Aufnahmen waren in den Jahren 1999-2001 generiert worden. Fast 40% der Teilnehmer mit AMD-Veränderungen waren jünger als 50 Jahre – ein möglicher Hinweis darauf, dass AMD als Erkrankung im jüngeren Alter unterschätzt wird.
Allerdings ist bisher unklar, ob diese detektierten AMD-Veränderungen in den Jüngeren tatsächlich zu klinisch manifester später AMD führen. Derzeit gibt es weltweit insgesamt wenige – und in Deutschland keine – Langzeitbeobachtungen von unter 50-Jährigen hinsichtlich der Entwicklung einer späten AMD.
Unser Ziel ist es deshalb, herauszufinden, wie sich diese Fundusläsionen in den jüngeren Personen über die Zeit verändern, und ob sie sich in ähnlicher Weise zu später AMD manifestieren, wie dies bei älteren Personen bekannt ist. Dazu gibt es jetzt eine passende Gelegenheit, da die KORA-Studienorganisatoren eine Folgeerhebung nach 17-18 Jahren ab Herbst 2017 durchführen werden, was ein Millionen-Euro-Unternehmen darstellt.
Gemeinsam mit den KORA-Organisatoren planen die Antragsteller/Innen mit einem relativ kleinen finanziellen Aufwand, eine Augenuntersuchung in diese Folgeerhebung einzubauen. Dabei würden wir bei denjenigen Personen, die damals 35-55 Jahre und nun 53-73 Jahre alt sind, erneut Farbfundusbilder generieren. Somit könnten wir die Frage beantworten, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen AMD-ähnlichen Veränderungen vor 18 Jahren und dem Auftreten von intermediärer oder später AMD jetzt.
Auch wenn derzeit effiziente Präventionsprogramme für AMD noch fehlen, wäre es essentiell zu verstehen, ob solche Programme nur für ältere oder eben auch für jüngere Personen in Betracht zu ziehen wären. Wenn man das Dogma, dass es sich bei der AMD um eine Erkrankung der Älteren handelt, überdenkt und Studien auf Jüngere ausweitet, ließe sich womöglich die Entstehung der späten AMD aus frühen AMD-Veränderungen besser verstehen. Dies kann für die Entwicklung von Präventions-und Therapieoptionen maßgeblich sein.

▪ Department für Augenheilkunde der Universitätsaugenklinik Tübingen, Dr. rer. nat. Jose Hurst, Dr. rer. nat. Sven Schnichels
Thema: Evaluation der neuroprotektiven Wirkung des Lipid-modifizierten BDNF/TrkB-Aptamers
Degenerationsprozesse der Retina, wie sie unter anderem bei der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) oder der Retinitis Pigmentosa (RP) auftreten, resultieren meist in der Apoptose von Photorezeptoren und können bis zur Erblindung führen. Die Wachstumsfaktor-basierte Therapie ist ein vielfach untersuchter Ansatz, um eine Verlangsamung oder den Stillstand der Sehzelldegeneration zu erzielen.
BDNF ist ein vielversprechender neurotropher Wachstumsfaktor, der seine Wirkung über die Aktivierung der TrkB-Signalkaskade entfaltet. Durch Einsatz eines bereits publizierten Aptamers, welches spezifisch an den TrkB-Rezeptor bindet, wollen wir den neuroprotektiven Effekt von BDNF imitieren und eine neue Therapieoption für retinale Erkrankungen entwickeln. TrkB-Aktivierung mit dem Aptamer adressiert spezifisch die gewünschten Zellen und reduziert somit Nebenwirkungen, die bei der BDNF-Therapie auftreten können. Zur Erhöhung der Adhäsion ist die Modifizierung des Aptamers mittels Lipidsträngen vorgesehen. Die dadurch entstehende Effizienzsteigerung konnten wir bereits in einigen Vorversuchen zeigen. In einem ersten Schritt soll die Unbedenklichkeit des TrKB-Aptamers an retinalen Zellen und im Organmodell bestätigt werden. Zudem werden die Verweildauer und die Bindungseffizienz ebenfalls in Zellkultur und an Retinaexplantaten überprüft. Der neuroprotektive Effekt der Aptamere wird anschließend an einem von uns etablierten, auf CoCl2 basierenden, retinalen Schädigungsmodell getestet. Dafür werden histologische Untersuchungen, molekularbiologische Messungen zur Überlebensrate der Photorezeptorzellen und OCT-Verfahren zur Bestimmung der Schichtdicke der Netzhaut sowie ERG-Messungen zur Funktionalität durchgeführt.
Ziel ist es, erste Daten über eine neuartige Therapieoption zur Behandlung retinaler Degenerationserkrankungen zu generieren, um damit einen DFG-Antrag zur weiteren Untersuchung zu stellen.

2.4. Kleinprojekte
Folgende Kleinprojekte wurden gefördert:
▪ Universität Duisburg-Essen, Abteilung für Allgemeine Zoologie, Yoshiyuki Henning
Thema: Etablierung „einer Methode zur fluoreszenzmikroskopischen 3D-Bildgebung des intakten Auges“

▪ Universität Tübingen, Forschungseinheit für Visuelle Rehabilitation, Department für Augenheilkunde, Prof. Dr. Susanne Trauzettel-Klosinski
Thema: Weiterentwicklung einer benutzerfreundlichen Trainingssoftware für RP-Patienten zur Verbesserung der Mobilität und der Auge-Hand-Koordination

▪ Universität Tübingen, Forschungsinstitut für Augenheilkunde, Dr. sc. hum. Torsten Straßer
Thema: Ampel-Pilot – Eine App für Blinde und Sehbehinderte zur Erkennung von Rot-/und Grünphasen von Fußgängerampeln mit Hilfe eines Smartphones

2.5. Forschungspreise
Der Retinitis Pigmentosa-Forschungspreis 2017 wurde
Frau PD Dr. med. Katarina Stingl
Department für Augenheilkunde der Eberhard Karls Universität Tübingen
zuerkannt und zwar für zwei miteinander verbundene Publikationen zum Thema:
Funktionelle Ergebnisse bei Retinitis Pigmentosa Patienten mit subretinalen elektronischen Implantaten
1. Stingl K, Bartz-Schmidt KU, Gekeler F, Kusnyerik A, Sachs H, Zrenner E: Functional outcome in subretinal electronic implants depends on foveal eccentricity; Invest Ophthalmol Vis Sci. 2013; 54:7658-65. Doi:10.1167/iovs. 13-12835
2.Stingl K, Bartz-Schmidt KU, Besch D, Chee CK, Cottriall CL, Gekeler F, Groppe M, Jackson TL, MacLaren RE, Koitschev A, Kusnyerik A, Neffendorf J, Nemeth J, Naeem MAN, Peters T, Ramsden JD, Sachs H, Simpson A, Singh MS, Wilhelm B, Wong D, Zrenner E: Subretinal Visual Implant Alpha IMS – Clinical trial interim report; Vision Research 2015; 111: 149-160. doi: 10.1016/j.visres.2015.03.001
Frau PD Dr. Stingl hat in der ersten Arbeit zusammen mit ihren Co-Autoren die Bedeutung der Platzierung subretinaler Implantate unter der Fovea bei 17 blinden RP Patienten untersucht und mit einer optimalen subfoveolären Platzierung wesentliche Verbesserungen der funktionellen Ergebnisse feststellen können. Alle Patienten konnten Licht wahrnehmen und lokalisieren, 88% der Patienten konnten korrekt die Richtung von Gittermustern beschreiben und 38% bestanden den Landolt-Ring-Test mit Sehschärfen bis zu logMAR 1.43.
In der zweiten Arbeit untersuchte Fr. Stingl mit ihren Co-Autoren die Ergebnisse bei 29 Patienten, die das Alpha IMS-Implantat der Retina Implant AG Reutlingen erhalten hatten, über einen Zeitraum von zwölf Monaten hinweg. 72% der Patienten erreichten den primären Endpunkt. Mit dieser Arbeit konnte eindeutig gezeigt werden, dass subretinale Implantate bei Patienten im Endstadium von erblicher Netzhautdegeneration im Alltag Nutzen bringen können, der vielen Patienten erlaubt, Objekte anhand der Formen zu erkennen, große Buchstaben zu lesen und eine gewisse Sehfunktion in Graustufen zu erlangen Auf der Basis solcher sorgfältigen und umfangreichen funktionellen Erhebungen und der CE-Kennzeichnung wird inzwischen an verschiedenen Zentren in Deutschland die Implantation des subretinalen Implantats Alpha im NUB-Verfahren von den Krankenkassen finanziert. Damit steht für bisher nicht behandelbare Erkrankungen ein Verfahren zur Verfügung, das durch subretinale Implantation eines lichtempfindlichen Chips die Wiederherstellung eines gewissen Sehvermögens und eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität im Alltag erbringen kann.

Der Makula Forschungspreis 2017 wurde den gleichberechtigten Erstautoren:
Herrn Dr. Tiago Santos-Ferreira, Frau Sílvia Llonch Armengol und
Herrn Dipl.-Biol. Oliver Borsch
vom DFG Forschungszentrum für Regenerative Therapien der TU Dresden
zuerkannt für die gemeinsame Publikation zum
Thema:
Retinal Transplantation of Photoreceptors: Results in Donor-Host Cytoplasmic Exchange (Tiago Santos-Ferreira, Silvia Llonch, Oliver Borsch, Kai Postel, Jochen Haas & Marius Ader) in Nature Communications, 04.10.2016 doi: 10.1038/ncomms13028.
Die drei Preisträger konnten mit ihrer hochrangigen Publikation als gleichberechtigte Erstautoren zeigen, dass es sich bei der Integration von Photorezeptoren nach Transplantation in die Empfänger-Retina nicht um eine wirkliche Integration handelt, sondern, dass transplantierte Photorezeptoren unerwarteterweise Zytoplasma-Material mit den verbliebenen Photorezeptoren des Empfängers austauschen. Damit haben sie einen Paradigmenwechsel auf diesem Forschungsfeld eingeleitet und hochrangig publiziert, was entscheidend ist, um die Wissenschaftsgemeinde von einem neuen Konzept, das der allgemein akzeptierten Sichtweise widerspricht, zu überzeugen. Diese Erkenntnisse, die ein herrschendes Paradigma infrage gestellt haben, dürften eine fundamentale Neuinterpretation bisheriger Studien zur Photorezeptor-Transplantation zur Folge haben. Auch wird dieser unerwartete Mechanismus Entwicklungen von neuartigen Behandlungen bei degenerativen Netzhauterkrankungen anstoßen.

2.6. 12. Internationales PRO RETINA Forschungskolloquium in Potsdam:
Thema: Degenerative Netzhauterkrankungen – „a Look at Cutting-Edge Translational Research“, ein inter¬disziplinärer Aus¬tausch
Anfang April fand zum 12. Mal das internationale PRO RETINA Forschungskolloquium in Potsdam statt, und für die rund 140 anwesenden Wissenschaftler, Mediziner und Patienten stand einmal mehr der interdisziplinäre Austausch zwischen Grundlagenwissenschaftlern und klinischen Forschern im Mittelpunkt. In einer Vielzahl von Vorträgen und Posterbeiträgen wurde über neue Erkenntnisse aus der experimentellen und klinischen Forschung berichtet, wobei die Zuhörer eine hervor¬ragende Übersicht über mögliche neue Behandlungsansätze bei degenerativen Netzhauterkrankungen erhielten. Besonders große Bedeutung hatte einmal mehr die Diskussion zwischen den teilnehmenden Nachwuchswissenschaftlern und den anwesenden Arbeitsgruppenleitern und Professoren. Über das diesjährige Treffen berichtet Dr. Johanna Meyer (Universitäts-Augenklinik Bonn). Einen ausführlichen Bericht finden Sie in der September-Ausgabe des Augenspiegels (am 07.09.2017).

Die diesjährigen wissenschaftlichen Sitzungen standen unter dem generellen Motto „Ein Überblick über innovative Neuerungen aus der translationalen Forschung“. Somit standen insbesondere die neuronalen Mechanismen von Krankheiten sowie neue grundlagenwissenschaftliche Untersuchungsmethoden und deren mögliche Übertragung in die Klinik im Mittelpunkt des Forschungskolloquiums.
In seinem Schlusswort wies Franz Badura noch einmal auf die Möglichkeiten, aber auch die Schwierigkeiten hin, die sich aus den vorgestellten neuen und oftmals innovativen Methoden im Bereich der Ophthalmologie ergeben. Die zahlreichen, vielversprechenden, technischen Innovationen müssen weiterhin intensiv erforscht und getestet werden, bevor sie in den klinischen Alltag integriert werden können. Dennoch spiegelten sie den rasanten Fortschritt in der Erforschung von hereditären und degenerativen Netzhauterkrankungen wider, der während des Pro Retina Kolloquiums einem breiten Publikum aus unterschiedlichen Fachbereichen Europas und Amerikas vorgestellt wurde.
Am Abend fand die bewährte „Swingin‘Postersession“ statt, bei der die anwesenden Nachwuchswissenschaftler Gelegenheit hatten, ihre aktuelle Forschungsarbeit in Form von Postern zu präsentieren. Die Postersitzung erwies sich als eine sehr gute Möglichkeit für junge Wissenschaftler, ihre Forschungsarbeit mit dem anwesenden Publikum zu diskutieren. Durch die anregenden Gespräche konnten nicht nur neue Kontakte geknüpft werden, sondern auch neue Projektideen entwickelt und Versuche in vielversprechende Richtungen gelenkt werden.
Zum Abschluss der Veranstaltung wurden jeweils drei Arbeiten mit dem mit 200 Euro dotierten PRO RETINA Poster Award 2017 ausgezeichnet. In diesem Jahr erhielten die Auszeichnung Oliver Bludau von der TU Dresden, Karolina Plößl aus Regensburg und Michael J. Power aus Tübingen.
Fazit:
Den Organisatoren des 12. PRO RETINA Meetings in Potsdam, Franz Badura, Prof. Dr. Klaus Rüther, Prof. Dr. Olaf Strauß und Prof. Dr. Bernhard Weber sei an dieser Stelle nochmals sehr herzlich für die Gestaltung dieses äußerst erfolgreichen und facettenreichen Forschungskolloquiums gedankt.

Februar 2018
Der Vorstand der PRO RETINA STIFTUNG zur Verhütung von Blindheit

Aktuelles

Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende!

Jeder Euro hilft. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite: Spenden an die Pro-Retina-Stiftung

Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter PRO RETINA News!


© 2010 - 2019 - PRO RETINA-Stiftung zur Verhütung von Blindheit

Datenschutzerklärung